Vorträge 2010
Dienstag, 20. Juli 2010
Prof. em. Dr. phil. II habil. Klaus Ewald, war
zwischen 1987 und 2006 in Freiburg/Breisgau und an
der ETH Zürich ordentlicher Professor für
Landespflege bzw. für Natur- und Landschaftsschutz
Wie verändert der Tourismus die
Landschaft!
Der Tourismus hat in der Schweiz
eine lange Tradition. Bereits im 18. Jahrhundert gab
es erste Touristen, das heisst Reisende, welche auf
einer «Grand Tour» Berge und Seen bewunderten. Doch
der Tourismus hat zwei Seiten: Hier bietet er Raum
für Erholung und Sport – heutzutage vermehrt auch
Wellness – da beeinflusst er andererseits durch den
Ausbau infrastruktureller Anlagen die Landschaft.
Welchen Wandel die Landschaft durch den Tourismus
erfahren hat. Welchen positiven Einfluss er bewirkt
und wo er in die Landschaft eingreift dokumentiert
der Vortrag in eindrücklichen Bildern.
Mittwoch, 21. Juli 2010
Prof. Christian W. Hess, Direktor
und Chefarzt neurologischen Universitätsklinik, Bern
Musik im Gehirn
«Das Singen ist die eigentliche
Muttersprache des Menschen», sagte Yehudi Menuhin
als einer der engagiertesten Förderer der Musik.
Musik ist zweifellos eine entwicklungsgeschichtlich
alte, archaische Sprache die möglicherweise schon
vor der gesprochenen Sprache von unseren Ur-Ahnen
gebraucht wurde und eine spezifisch menschliche Form
der nonverbalen Kommunikation darstellt.
Was hatte damals und was hat heute die Musik für
eine Bedeutung für das (Über-)Leben? Das menschliche
Gehirn ist für musikalische Begabungen speziell
eingerichtet. So gibt es für die Musikverständigung
ein schwergewichtig in der rechten Gehirnhälfte
lokalisiertes, angeboren angelegtes Netzwerk im
Gehirn. Dazu variieren musikalische Begabungen und
auch die Affinität zur Musik als Resultat
unterschiedlicher erblicher Anlagen wie auch
unterschiedlicher Umwelteinflüsse von Mensch zu
Mensch sehr stark. Die Untersuchung von
musikalischen Ausnahmetalenten einerseits und von
neurologischen Patienten mit musikalischen Defekten
andererseits erlaubt es vielleicht, hinter das
Geheimnis der Musik als weltweit verankertes
kulturelles Phänomen zu kommen.
Donnerstag, 22. Juli 2010
Dr. Beda Hofmann, Kurator der
Abteilung Erdwissenschaften im Naturhistorischen
Museum der Burgergemeinde Bern
Riesenkristalle aus den Schweizer
Alpen
Die Schweizer Alpen sind ein
klassisches Fundgebiet für Bergkristalle.
Aussergewöhnlich grosse und schöne Kristalle werden
jedoch sehr selten gefunden.
Während des Vortrages werden die wichtigsten Funde
grosser Bergkristalle aufgezeigt und mit
eindrucksvollen Bildern untermalt, um dann speziell
auf den bedeutenden Fund am Planggenstock auf der
Göscheneralp im Kanton Uri einzugehen. Dieser wurde
in den letzten Jahren von einer Gruppe von Strahlern
um Franz von Arx und Paul von Känel gemacht. Die
Faszination der Kristalle konstelliert sich aus
einer Mischung aus Licht, Reinheit und Kraft, welche
Besucher von Nah und Fern in ihren Bann ziehen.
Strahler werden die Kristall sucher genannt – ihre
Passion ist die unermüdliche Suche nach Kristallen.
Wie diese über Jahrmillionen entstanden sind und wie
sich der abenteuerliche Weg vom Fund in der Kluft
bis in die Ausstellung im Museum gestaltet – all das
kann man im Vortrag erfahren und bildlich
miterleben.
Freitag, 23. Juli 2010 um 16.00
Uhr
Prof. Dr. Christian Schlüchter,
Professor für Quartärund
Umweltgeologie am Institut für
Geologie der Universität Bern
Exkursion Geopfad+
Der Geopfad ist ein als Lehrpfad
konzipiertes Projekt der Berner Fachhochschule
Architektur, Holz und Bau (BFH-AHB) und dem INSTITUT
FÜR GEOLOGIE DER UNIVERSITÄT BERN, welcher so - wohl
Kinder als auch Erwachsene anschaulich über
Naturereignisse, Geotechnik und Geologie informiert.
Wenn Sie wissen möchten:
Warum Bäume schief und krumm wachsen. Ob Kühe
Hangrutsche auslösen können oder wie man Drainagen
selbst baut, kommen Sie mit uns auf die
Erlebniswanderung Geopfad+.
Der Wanderrundweg dauert etwa 2 Stunden (Länge 3.3
km bei einer Höhendifferenz von 150 m) und ist für
alle Altersstufen geeignet. In der Mitte des Weges
geniessen wir nicht nur einen wunderbaren Ausblick
über DIE LENK, sondern auch köstliche einheimische
Produkte. Weitere Details und Anmeldung direkt bei
der Stiftung Kulturförderung Lenk.
Dienstag, 27. Juli 2010
Dr. phil. Max Waibel, langjähriger
wissenschaftlicher Mitarbeiter der
Universitätsbibliothek Bern, Präsident der
Walservereinigung und international gefragter
Referent für Fragen der Walser Volkskunde
Sagenwelt des Berner Oberlandes
Die Kulturgeschichte und Sagenkunde
des Berner Oberlandes umreisst vor allem
Themenschwerpunkte wie: Die «Entdeckung» des Berner
Oberlandes – Die Lebensweise und die
Gebirgslandschaft als prägende Elemente der
Sagenbildung – Charakter des Oberländer Sagen gutes
– Das Alter der Motivik. So wird ein Überblick über
häufige Gestalten und beliebte Motive in der
Sagenüberlieferung des Berner Oberlandes gegeben.
Im zweiten Teil des Vortrags konzentriert sich alles
auf die Zwergsage. Einen bemerkenswerten Hinweis zum
Vorkommen der Zwerge im Berner Oberland liefert dazu
Johann Rudolf Wyss d. J. im zweiten Band seiner 1817
erschienenen «Reise ins Berner Oberland». Hier lesen
wir nämlich: «Auffallend ist es, dass die
Hauptpersonen unsrer oberländischen Mythoogie
durchaus nur Zwerge sind». So begleiten uns auf der
Reise ins Reich der Zwerge vielerlei Themen wie die
von Zwergen als Hirten, Viehhütern und
Mühlenknechten zu Zwergengschenkli, Zwergen als
Ratgeber bis hin zum Auszug der Zwerge.
Tonbandaufnahmen aus den frühen 80ern liefern dabei
einen weiteren Einblick in das Wesen und Treiben der
Zwerge und damit in eine längst vergessene
Erzähltradition.
Mittwoch 28. Juli 2010
Prof. Dr. Ernst Peterhans, Leiter
des Instituts für Veterinär-Virologie der
Universität Bern
Vogelgrippe, Schweinegrippe und
andere neue Viruskrankheiten: Vordergründe und
Hintergründe
Neue Viruskrankheiten haben in den
Medien Hochkonjunktur. Dabei wird häufig die von
neuen Viren ausgehende Bedrohung hervorgehoben. Im
Vortrag werden hinter den vordergründigen Kulissen
die Hintergründe beleuchtet und Antworten auf
folgende Fragen aufgezeigt: Was sind Viren? Wie
vermehren sie sich? Wie machen uns Viren krank?
Weshalb tauchen unvermittelt neue Viren auf? Woher
stammen sie? Welche Beziehungen bestehen zwischen
den Viren von Mensch und Tier? Und welche Rolle
spielen sie in der Geschichte und der Evolution?
Alles in Allem verspricht es ein aufschlussreicher
Vortragsabend zu werden.
Donnerstag, 29. Juli 2010
Pfr. Dr. Manuel Dubach, Assistent am
Lehrstuhl für Altes Testament an der Theologischen
Fakultät der Universität Bern
Trunkenheit im Alten Testament
Das Alte Testament erzählt vom
Rausch? Ja, häufiger als man denkt. Werden die
hebräischen Originaltexte korrekt übersetzt, macht
man erstaunliche Entdeckungen: Nicht allein Noah und
Lot haben es sich beim Trinken (zu) gut gehen
lassen. Von Jakobs Söhnen und ihrem Bruder Josef
weiss das Buch Genesis zu berichten: «Und sie
tranken mit ihm und wurden betrunken» (Gen 43,34).
Der Rausch wird hier weder verurteilt noch gepriesen
– er ist einfach eine Tatsache. So neutral sind
lange nicht alle Texte.
Der Wein – das klassische alkoholische Getränk im
Alten Israel – wird äusserst unterschiedlich
beurteilt. Während er in einem Psalm «das Herz des
Menschen erfreut». (Ps 104,15), raubt er gemäss dem
Propheten Hosea «den Verstand des Menschen» (Hos
4,11) in einem Anderen. Hier ist eine Ambivalenz zu
greifen, die zu einer genaueren Betrachtung einlädt.
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Programmänderungen vorbehalten.
Beginn der Vorträge um 18.30 Uhr.
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Organisatorisches 2010
Ort und Zeit der
Veranstaltungen
Die Vorträge im Rahmen der Sommer-Universität Lenk
finden jeweils im Kirchgemeindehaus Lenk statt. Sie
beginnen um 18.30 Uhr und dauern zirka
eine Stunde. Daran anschliessend wird der Referent
eine halbe Stunde lang Fragen beantworten.
Gerne laden wir Sie zum Schluss
des Vortrages zu einem kleinen Aperitif ein, wo Sie
bei einem Glas Wein die Möglichkeit haben, den
Referenten noch im persönlichen Gespräch zu erleben.
Eintrittspreis: CHF 15.—
Einzelvortrag (inkl. Aperitif)
CHF 40.— (jeweils 3 Vorträge)
Versicherung ist Sache der
Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Die Vorträge werden in
deutscher Sprache gehalten und stehen allen
Altersgruppen offen. Die Anmeldungen für die
Exkursion werden am Vorabend anlässlich des
dazugehörenden Vortrages entgegengenommen. Für die
Vorträge ist keine Anmeldung erforderlich. Bitte
erscheinen Sie rechtzeitig zu den Vorträgen.
Mitglieder Fachausschuss
Peter Manfred Schläppi (Präsident), Lenk
Prof. Dr. Thomas Gelzer, Bern
Matthias Haupt, Verleger, Bern
Prof. Dr. Pasqualina Perrig, Bern
Prof. Dr. Christian Schlüchter, Bern
Informationen erhalten Sie bei
der
Stiftung Kulturförderung Lenk
Tel. 033 733 40 30, Fax 033 733 20 27
info@lenk-kultur.ch
Der
letztjährige Prospekt 2009 kann hier als pdf
heruntergeladen werden
Der
Prospekt 2008 kann hier als pdf heruntergeladen
werden.